72h ohne Kompromiss
Integration sichtbar machen
An der Aktion zum Thema "Integration sichtbar machen" des Caritas Integrationszentrums Paraplü, die von der Paraplü-Mitarbeiterin und Künstlerin und Maltherapeutin Gerda Wolf geleitet wurde, beteiligten sich muslimische und christliche Jugendliche mit großem Eifer und erfreulichem Output.
Fast die Hälfte der Jugendlichen kam vom bosnischen Verein "Gazi Murat-beg", mit dem Paraplü seit Jahren eng zusammen arbeitet. Außerdem war die international zusammengesetzte HAK-Maturaprojektgruppe 2getha mit von der Partie, sowie einige MitarbeiterInnen der Katholischen Jugend aus verschiedenen Orten Oberösterreichs.
Nach einer intensiven, von den persönlichen Erfahrungen geprägten Einstiegsrunde zum Thema Integration wechselte die Gruppe von der Projektarbeit mitten zum Geschehen vor der Haustür: Donnerstag, 21.10., 19.30 war Lichtermeer, am Stadtplatz von Steyr. "Ich hoffe so, dass meine beste Freundin auch zurückkommt!", war Isi schwer beeindruckt von der Solidaritätskundgebung. Die beste Freundin -eine Kosovarin - war mit ihrer Familie in den Sommerferien abgeschoben worden.
Kern des Projekts war eine öffentliche Aktion am Samstag von 10-14 Uhr am Stadtplatz: Kunstinstallation, Info-Stand mit Unterschriftenliste und Coffee to help, um mit Interessierten und Passanten ins Gespräch zu kommen. All das wurde am Freitag mit höchster Konzentration vorbereitet. Als einen zentralen Slogan wählte die Gruppe "ALLE ANDERS ALLE GLEICH", der gut sichtbar am Zelt prangte, das mit bunten Plakaten der Jugendlichen geschmückt war. "Ausgrenzung tut weh" eines der anderen Plakate, die ins Auge fielen.
Am Samstag zeigte sich ein buntes Bild mitten am Stadtplatz: Die Jugendlichen in ihren auffallenden "72h ohne Kompromiss T-Shirts" verwickelten viele Passanten in ein Gespräch, sammelten rund 100 Unterschriften "Gegen Unrecht an Kindern", schenkten über 100 Becher "Coffee to help" aus. Bosnier, Kroaten, Ukrainer, Schotten, Tschetschenen, Ungarn…unterhielten sich unversehens mit den Jugendlichen und untereinander, und binnen kurzer Zeit wurde Integration spürbar. Die unsichtbare, etwa 4m lange Folie, die den Stand begrenzte, wurde im Laufe des Vormittags immer bunter. Sie trägt nun zahlreiche Namen und Symbole, Blumen, Friedenstauben… Ebenso wie das bunte Kinderhaus, das von den Jüngsten bemalt wurde, wird diese "sichtbar gemachte Integration" demnächst beim Integrationsfest im Museum Arbeitswelt wieder aufgestellt.
Die von katholischer Jugend, Young Caritas und Hitradio Ö3 österreichweit alle 2 Jahre betriebene Aktion "72h ohne Kompromiss" will junge Menschen zu freiwilligem Engagement motivieren. Die Projektumsetzung wird in die Hand der Jugendlichen gelegt, für die Sachkosten sollen möglichst Sponsoren gewonnen bzw. aus der österreichweiten Sponsorenliste abgefragt werden
Für die meisten Jugendlichen war am Ende der intensiven 72 ohne Kompromiss klar, dass dies nicht ihr letzter Einsatz für Integration war. "Auf Wiedersehen beim Integrationsfest", hieß es rundum. Die HAK Maturaprojektgruppe 2getha organisiert das Fest gemeinsam mit Paraplü und hat als Highlight des Abends "Mosa Sisic & the Gipsy Express" eingeladen. Die bosnische Gruppe wird eine Überraschungseinlage bieten. "Wer nicht dabei ist, der versäumt etwas", grinst Enes vielversprechend.
www.72h.at
www.youngcaritas.at

